Bürokratie ohne Ende!

Anfang September habe ich an der Verlosungsaktion der Autorin Jae teilgenommen.
Alles ganz einfach. Nach Jaes Mitteilung der glücklichen Gewinnerinnen, die von mir ein Buchgeschenk erhalten sollen, heißt es also Buch signieren, eine Verpackung nehmen, adressieren, frankieren und ab in den Briefkasten – doch STOPP!
Denn es geht natürlich nicht ohne Bürokratie:
Am 11. Februar 2025 ist das neue VerpackG in Kraft getreten und seit dem 12. August 2026 anzuwenden. Dies gilt auch für Kleinunternehmer:innen, es gibt keine Ausnahmen. Auch nicht für die Mini-Mengen, die ich verschicke. Ich komm nicht drum herum: Ich gelte wegen der Nutzung von Verpackungsmaterialien als (Müll-)Erzeuger!
Und, nein, das ist kein verspäteter Aprilscherz.
Also: Beim Verpackungsregister LUCID registrieren, danach einen Systemanbieter auswählen, der Lizenzen vergibt, mit ihm einen Systembeteiligungsvertrag abschließen und dort angeben, wie viel Müll ich innerhalb eines Jahres schätzungsweise produzieren werde.
Ganz egal, dass es wahrscheinlich nur diese drei obigen Bücher, evtl. noch ein oder zwei gegen Ende des Jahres, aber mehr auch nicht werden, die ich versende …
Vom Systembeteiliger gibt es dann sofort eine Rechnung, die bezahlt werden muss. Und anschließend muss dann sofort bei LUCID die Datenmeldung erfolgen, d. h. ich muss dort die Verpackungsmenge mitteilen, die mit dem Systembeteiliger vereinbart worden ist.
Ich finde das System überhaupt nicht praxisorientiert oder anwenderfreundlich. Es ist auch egal, ob ich vielleicht Umschläge wiederverwende.
Viele der dualen Systeme bieten überhaupt gar nicht die Möglichkeit, extrem kleine Mengen anzugeben. Da wird eher mit Tonnen gerechnet als mit Gramm. Und Preisunterschiede gibt es auch.
So habe ich bei meiner Suche Summen in Höhe von um die 30 Euro, aber auch um die 250,- Euro für die Nutzung von Verpackungsmaterialien für meine Bücher angezeigt bekommen.
Was lerne ich daraus?
Im nächsten Jahr werde ich im Rahmen von Verlosungen keine Bücher mehr als Paperback verschicken und auf E-Book-Geschenke bzw. -gutscheine ausweichen.
Denn die Summe, die ich zahlen muss, steht in gar keinem Vergleich zu dem, was ich durch den Bücherverkauf einnehme …
Und wenn ich dann an die lieben Mitmenschen in meinem Wohnviertel denke, die ihren Müll, sprich Autobatterien, noch gut erhaltenes Kinderspielzeug, volle Farbeimer, Klamotten und dergleichen mehr direkt auf den umliegenden Wiesen entsorgen, ohne dass sich jemand darum kümmert …

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